Wer an Feminismus denkt, denkt an Feministinnen. Frauen kämpfen in beeindruckender Weise für die Gleichberechtigung – von der ganz nebenbei alle profitieren – und müssen sich meist gegen ihre männlichen Konterparts durchsetzen. Daß Männer feministisch sein können und sollen, zeigt sich dadurch nicht in der öffentlichen Wahrnehmung.

Viele Männer erkennen aber die bestehende Ungleichheit nicht. Um so weniger erkennen, daß zur Überwindung des Patriarchats nicht nur Frauen* sich aus patriarchalen Strukturen zu lösen sondern auch Männer ihren vermeintlichen Herrschaftsanspruch aufzugeben und sexistische Verhaltensmuster zu überwinden haben. Denn den meisten ist nicht einmal bewußt, wenn sie Sexismus reproduzieren. Es gilt daher, daß man(n) sein eigenes Verhalten reflektiert, und angemessen verändert. Viel zu oft lassen sich selbst bei einem feministischen Verband wie der Grünen Jugend patriarchale Verhaltensmuster, etwa klüngelnde Männerrunden und Respektlosigkeiten gegenüber Frauen*, beobachten. Auch wird die Quote von 50+%, die als Schutz- und Entfaltungsraum für Frauen* eingerichtet wurde, oft in völlig unsachlicher und unbegründeter Weise kritisiert, sodaß Männer als Opfer eines gegen Männer gerichteten Sexismus dargestellt werden.

Mal ehrlich, Männer: Frauen werden in unserer Gesellschaft auf ihren Körper reduziert, aus Spitzenpositionen herausgedrängt und stillgehalten und ihr stilisiert euch zu den Benachteiligten‽

Wir, als Männer, müssen erkennen, daß die Tage männlicher Hegemonie, also Alleinherrschaft, gezählt sind und es mitunter an uns – ja, sogar jedem einzelnen Individuum – liegt, wie lange Frauen* noch ausgegrenzt, benachteiligt und nicht ernstgenommen werden.

Feministinnen haben beeindruckende Stärke und Durchsetzungskraft bewiesen, und anstatt sie in ihrem völlig berechtigten und notwenigen Streben nach Gleichberechtigung zu hindern, sollten wir unsere Kraft, unseren Geist und unsere individuelle soziale Verknüpfung einbringen und die eigenen sexistischen Verhaltensmuster reflektieren und letztendlich überwinden.

Kategorien: PolitikQueer

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